Interview mit Bettina Belitz

From my old blog/Von meinem alten Blog | 03/01/2015

-® fabian stu¦êrtz 2012.03.26 - bettina belitz 0141-c

Bettina Belitz (Foto: Fabian Stürtz)

Hallo ihr Lieben,

ich freue mich sehr darüber, dass heute die wunderbare Autorin Bettina Belitz auf unserem Blog zu Besuch ist. Wie ihr vielleicht wisst, bin ich großer Fan ihrer Bücher, allen voran „Vor uns die Nacht“. Ich habe Luftsprünge gemacht, als sie mir dieses Interview zugesagt hat und hoffe, ihr habt ebenso viel Freude daran wie ich ;-).

Am 9.3.15 erscheint Bettina Belitz‘ neuer Roman „Mit uns der Wind“:

Mit uns der Wind„Wie findet man unter den 80.000 Besuchern von Rock am Ring den einen, den man liebt? Bestsellerautorin Bettina Belitz, bekannt durch ihre Splitterherz-Trilogie erzählt eine Liebesgeschichte über Hingabe und Kontrolle und die Lust am Fliegen.

Mona kennt ihn nur von den Videos auf YouTube. Es berührt sie tief, wenn er sich mit seinem Power-Kite der Willkür des Windes überlässt. Als sie herausfindet, dass ihr „Drachenreiter“ ein populäres Rockmusikfestival besuchen will, überredet Mona ihren Bruder Manuel, sie dorthin mitzunehmen. Keine Selbstverständlichkeit für Mona, denn sie leidet unter einer seltenen Form von Narkolepsie: Sie schläft bei aufregenden Gefühlen regelmäßig ein.

Eigentlich fährt Adrian nur zu dem Festival, weil er endlich bei der schönen Helen landen will. Doch dann läuft ihm dieses zierliche Mädchen mit dem Drachentatoo über den Weg. Ziemlich hübsch die Kleine, aber als sie endlich in seinen Armen liegt, schläft sie plötzlich ein. Wie merkwürdig ist das denn?“

Mehr Infos rund um Buch und Autorin unter:

www.bettina-belitz.de

http://www.script5.de/titel-567-567/mit_uns_der_wind-7352/

 -® fabian stu¦êrtz 2012.03.26 - bettina belitz 0032-c
 Foto: Fabian Stürtz

Hi Bettina! Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, die zahlreichen Fragen zu beantworten. Magst du dich kurz vorstellen?

Ich schreibe Bücher mit Herz – von mir stammen zum Beispiel die „Splitterherz“-Trilogie, „Linna singt“, „Vor uns die Nacht“ oder die Reihe „Luzie & Leander“. Buchstaben sind meine Leidenschaft – und Klang ist die Quelle meiner Inspiration, manchmal auch ein Ausritt in der wilden Natur des Westerwalds. Ich liebe die Natur und verbinde mich am liebsten vom Rücken meines Pferdes aus mit ihr. Ich habe ein ausgeprägtes Faible für Kampfsport und Qi Gong, empfinde Italien als eine Art Seelenheimat, mag das Meer und erlebe den Zauber unserer Welt am liebsten bewusst im Hier und Jetzt – ob in der Begegnung mit Menschen, bei der Arbeit mit den Pferden, beim Schreiben oder aber im ganz normalen Alltag.

Am 9.3.15 erscheint dein neuer Roman „Mit uns der Wind“. Im Klappentext bin ich zum ersten Mal über das Wort „Narkolepsie“ gestolpert. Wo hast du davon das erste Mal gehört und wie bist du auf die Idee von „Mit uns der Wind“ gekommen?

Das Phänomen der Narkolepsie – übersetzt: Schlafkrankheit – ist mir schon seit Längerem bekannt; wahrscheinlich habe ich irgendwo darüber gelesen oder eine Reportage im Fernsehen dazu gesehen. Dieses Krankheitsbild in einem Roman aufzugreifen, war jedoch pure Eingebung – eine Sekundenentscheidung. Ich wusste einfach, dass Mona dieses Handicap hat. Allerdings birgt die Krankheit bei Mona auch eine große Chance, quasi die andere Seite der Medaille: Wenn sie wie so oft urplötzlich in den Tiefschlaf fällt, eröffnet sich ihr eine Art neue Bewusstseinsebene. Sie hat intensive, klare Träume, in denen sie ihre Mitmenschen als Energiewesen wahrnimmt. Diese inneren Bilder haben für sie leitenden Charakter – auch für ihre Begegnungen mit Adrian, den sie als einen prachtvollen, purpurfarbenen Drachen wahrnimmt.

Die ganze Geschichte spielt auf dem Festivalgelände von Rock am Ring. Gehst du selbst auch gerne auf Festivals bzw. Konzerte? Ist die Geschichte sogar vor Ort entstanden?

Ich liebe Live-Musik und habe schon unzählige Konzerte besucht – die Idee zu „Mit uns der Wind“ entstand jedoch im Stillen. Dennoch ist sie sicherlich genährt von meiner Affinität zu Klang und Musik. Vor allem Live-Musik kann neue Horizonte eröffnen und ist sogar körperlich spürbar. Wenn sie dann noch unter freiem Himmel stattfindet, wo der Klang sich ungehindert verbreiten kann, hat das einen ganz besonderen Zauber.

Die „Splitterherz“-Trilogie enthält im Gegensatz zu „Vor uns die Nacht“ fantastische Elemente. In welches Genre fällt „Mit uns der Wind“?

Ich glaube, so langsam ist es Zeit, ein Belitz-Genre zu erfinden. 🙂 Zwar spielt „Mit uns der Wind“ in der Realität, doch es hat fantastische Elemente – nämlich dann, wenn Mona in den Schlaf fällt und in ihre Traumbilder eintaucht, die sich ja immer auf ihr reales Leben beziehen und von denen sie sich leiten lässt. In diesen Schlafphasen bewegt Mona sich in einer fantastischen Landschaft und begegnet fantastischen Wesen, die sie den Menschen aus ihrem Leben zuordnen kann. Diese Passagen sind im Buch kursiv gedruckt, fügen sich aber nahtlos in die Geschichte ein. Wie man dieses Genre nennen soll? Damit müssen sich wohl die Buchhändler und Verlage auseinandersetzen. 😉

Sowohl die „Splitterherz“-Trilogie als auch „Vor uns die Nacht“ sind aus der Sicht der Protagonistin geschrieben. Ist „Mit uns der Wind“ genauso aufgebaut? Oder gibt es neue Elemente, die wir bisher noch nicht aus deinen Romanen kennen?

Oh ja, es gibt ein Novum – „Mit uns der Wind“ ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber es gibt zwei erzählende Figuren, Mona und Adrian. Jedes Kapitel ist aus zwei Perspektiven erzählt. Erst Mona, dann Adrian. Ich wollte meinen Leserinnen mehr Zeit mit meinem männlichen Helden gönnen, doch die Geschichte bat auch geradezu darum, aus zwei Perspektiven erzählt zu werden. Für mich war das handwerklich eine Herausforderung, denn ich musste ständig zwischen Adrian und Mona hin und her springen. Trotzdem ist für mich Mona die zentrale Figur des Romans.

Ich liebe das Cover von „Vor uns die Nacht“ und auch die „Splitterherz“-Trilogie und „Mit uns der Wind“ Covers sind wunderschön.  Hast du einen Einfluss auf das Design?

Einfluss insofern, dass ich die Entwürfe zu sehen bekomme und meinen Senf dazu geben darf. Bei dem Cover von „Mit uns der Wind“ bestand dieser Senf aus einem begeisterten „Ja, wunderschön!“. Es spiegelt die Stimmung des Romans und Monas Charakter zu hundert Prozent wider; auch finden wir die feurige Drachenenergie Adrians darin. Dennoch ist es zart und poetisch. Ich liebe es.

Wusstest du schon immer, dass du mal eines Tages Vollzeit-Autorin werden möchtest? Welchen beruflichen Weg bist du gegangen?

Ich habe schon immer davon geträumt. Gewusst habe ich es nicht – wohl aber wusste ich, dass ich schreiben muss und es eine meiner Berufungen ist. Ich spürte das wie ein drängendes Brennen im Herzen. Schon im Alter von zwölf Jahren habe ich begonnen, mein erstes Buch zu schreiben – und seitdem nicht mehr damit aufgehört. Allerdings war ich stets zu scheu, um meine Manuskripte an Verlage zu schicken. Deshalb lernte ich „was Ordentliches“, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete zwölf Jahre lang als Printjournalistin, bevor meine Agentin mich im Internet entdeckte und unter Vertrag nahm. Seitdem darf ich endlich meinen Traumberuf aus Kindestagen ausüben und habe es noch keine Sekunde bereut.

Gibt es einen Ort, an dem du am liebsten schreibst und zu welcher Tageszeit bist du am produktivsten?

Ja, an meinem Schreibtisch – ganz klassisch. Meistens leistet meine Katze mir Gesellschaft und schläft neben mir. (Im Moment übrigens auch) Der Vormittag ist meine produktivste Schreibzeit. Ideen finde ich allerdings vor allem abends und nachts.

Wie sieht dein Alltag aus? Hast du feste Zeiten, in denen du schreibst?

Ja – und die braucht es auch. Disziplin ist das A und O in diesem Beruf, vor allem wenn man Mutter ist und ein zeitaufwändiges Hobby hat. Ich stehe auf, meditiere, frühstücke und dann setze ich mich an den Schreibtisch und schreibe so lange, bis ich mein Tages-Soll erreicht habe. Anschließend hole ich meinen Kleinen vom Kindergarten ab und außerdem warten Haushalt, Einkaufen, Wäsche und Pferd auf mich. Jedes zweite Wochenende schreibe ich ebenfalls, das sind dann die notwendigen Arbeitswochenenden. Manchmal gönne ich mir auch noch Fortbildungen und Meditationsseminare. Ein intensives, schönes Leben.

Wie lange brauchst du in etwa, um einen kompletten Roman zu schreiben? Und schreibst du lieber am Laptop oder PC oder handschriftlich auf Papier?

Als Durchschnittswert haben sich bei den größeren Romanen zweieinhalb Monate Schreibzeit herauskristallisiert, nicht eingerechnet die Vorbereitungszeit, Korrekturen und Lektorat. Ich schreibe direkt in den PC; Notizen mache ich aber immer handschriftlich.

Wie genau planst du deine Charaktere und Geschichte im Vorwege? Oder schreibst du einfach munter drauf los und lässt die Charaktere die Geschichte erzählen?

Nein – das habe ich früher gemacht, als das Schreiben noch mein Hobby war. Da musste ich im Vorhinein auch nichts planen. Heute steht der Plot, bevor ich anfange, und ich habe bereits meine Charaktere entwickelt. Überraschungen gibt es beim Schreiben dennoch genügend.

Du liest auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse (12.03.-15.03.2015) aus „Mit uns der Wind“. Wann kann man dir wo zuhören? Und signierst du auch Bücher?

Die Premierenlesung von „Mit uns der Wind“ findet am Sonntag, 15. März, um 11 Uhr auf der Fantasy-Leseinsel der Buchmesse statt – das ist schon Tradition bei meinen script5-Romanen. Nach der Lesung signiere ich und gebe Autogramme. Ich freue mich über jeden, der kommt. Die Messe-Lesungen sind unvergleichlich. Von mehr Büchern kann man nicht umgeben sein!

Arbeitest du bereits an einem neuen Projekt?

Ich habe gerade ein Skript beendet und fange Mitte März das nächste an. Also – da wird noch einiges kommen, auch mit der ein oder anderen Überraschung für die Leser, aber leider darf ich momentan noch keine Details verraten.

Vielen Dank nochmal für das Interview! Ich freue mich schon sehr auf deinen neuen Roman „Mit uns der Wind“ und dich live auf der Leipziger Buchmesse kennenzulernen!

Vielen Dank auch von mir, bis bald und eine schöne Zeit! 🙂

 -® fabian stu¦êrtz 2012.03.26 - bettina belitz 0001-c.jpg_optimiert
 Foto: Fabian Stürtz

 

Dies war das erste Interview auf unserem Blog – ich hoffe ganz stark, dass noch mehr folgen werden und dass es euch gefallen hat!
Vielen Dank für’s Vorbeischauen und hoffentlich bis zum nächsten Mal!

Eure Kim

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